In einem sehr langen Beitrag auf dem Windows Blog widmet sich Microsoft dem neuen Creators Update für Windows 10 und listet allerhand ausführliche Informationen zum neuen Funktionsumfang für Windows 10 auf. Begleitet werden die inhaltlichen Informationen auch mit Videos und Informationsgrafiken. Wir haben uns mal die Mühe gemacht und alle wichtigsten Neuerungen beim Creators Update zusammengefasst. Gerade weil das Update bereits auf erste Geräte ausgeliefert wird.

Zunächst einmal in der Zusammenfassung: Das Creators Update bringt 3D-Funktionen auf Windows 10, es gibt ein eingebautes Broadcasting-System zum Übertragen von Spielen, neue Funktionen und Tabs für den Browser Edge und das neue Microsoft Dashboard für die Privatsphäre (Privacy Dashboard) wird eingeführt. Das Creators Update wird langsam und stetig ausgeliefert werden. Nutzer von bestimmten Computern und Geräten werden bevorzugt bei der Verteilung des Updates behandelt. Windows Insider konnten das jüngste Release bereits austesten.

Details: Neue Funktionen in Windows 10 Creators Update

3D-Funktionen

Mit dem Creators Update werden auch 3D-Funktionen erstmals direkt durch Windows und seine Zubehör-Programme unterstützt. Unter anderem kann man nun in Paint 3D auch Modelle in 3D anfertigen, Farben und Texturen anpassen oder gleich 2D-Elemente in 3D-Elemeten umwandeln. Die Anbindung an eine Online-Community, die sich Remix3D.com nennt, soll das Angebot erstmal komplettieren. Hier setzt Microsoft vor allem auf den Austausch von 3D-Inhalten durch User-Generated-Content. Es bleibt abzuwarten, wie erfolgreich dieses Vorgehen sein wird.

Gamer kommen auf ihre Kosten

Mit dem Creators Update werden auch in den Spielen vorhanden Möglichkeiten für eine Übertragung ermöglicht. So kann man die eigene Spielerfahrung per Stream Freunden und anderen Nutzern zugänglich machen. Auch das Zusammenspielen soll besser funktionieren. Hierfür wird die Tastenkombination aus Windows-Taste und G in den Vordergrund rücken. Damit startet man künftig die Game-Bar. In Spielen, die unterstützt werden, können über diese Tastenkombination weitere Befehle, wie Aufnahme, Übertragung und Ähnliches gestartet werden. Microsoft nennt die Übertragungssoftware übrigens „Beam“. Es soll keine weitere Software für einen Stream benötigt werden. Eingeführt wird auch der Game-Mode für Windows 10. Dieser soll das Starten und die Nutzung von Spielen auf PCs erleichtern, indem Ressourcen auf einem System besser für ein Spiel abgestellt werden.

Microsoft Edge bekommt neue Features

Auch der Browser Edge erhält beim Creators Update eine Frischzellenkur. So soll das Tab Management verbessert und vereinfacht werden, es ist auch möglich endlich Extensions mit Edge zu nutzen und ein neuer Bücherstore und Lesemodus sollen Edge zur Allzweckwaffe beim Lesen machen. Microsoft verspricht, dass Edge besser und schneller als Chrome oder Firefox sein soll. Es soll zudem deutlich die Ressourcen bei Mobilgeräten schonen. Eingeführt wird auch eine Vorschau für geöffnete Tabs, damit man ohne wechseln sehen kann, was da gerade aktiv ist. Gleichzeitig erlaubt Microsoft auch das Verschieben von Tabs, die gerade nicht gebraucht werden, in eine eigene Ecke, um sie später wieder hervorzuholen.

Auch die Import-Funktion für Favoriten wurde überarbeitet und soll jetzt besser funktionieren. Eingeführt werden auch sogenannte Jump Lists, mit denen man ein neues Fenster oder den Privatmodus schneller aus der Taskbar heraus starten kann. Neu ist auch die Möglichkeit über den Microsoft Store Extensions, also Plugins für den Edge Browser, zu suchen und zu installieren. Bisher ist die Auswahl an Extensions aber ziemlich dürftig. Microsoft verspricht zwar, dass es schnell weitere Extensions geben soll, allerdings zeigt die Erfahrung, dass dies länger dauern dürfte, als dem Unternehmen lieb ist.

Neuigkeiten im Windows Store

Für den US-Store kommen jetzt auch Bücher in den Windows Store. In Deutschland wird man vermutlich noch etwas länger auf diese Kaufmöglichkeit von Büchern über den Windows Store warten müssen. Microsoft hat jedenfalls keine Ankündigung zum Start gemacht. Unterstützt wird auch Dolby Atmos über eine App. Dafür braucht man allerdings eine Verbindung zu einem unterstützten Gerät. Insgesamt könnte sich aber der Dolby Genuss verbessern lassen.

Cortana mit neuen Funktionen

Der digitale Assistent Cortana wird künftig auch bei gesperrtem Bildschirm einsatzfähig sein. Cortana soll auf das Stichwort „Hey Cortana“ reagieren können, selbst wenn der Bildschirm gesperrt ist. Außerdem unterstützt Cortana jetzt auch Befehle zum Abspielen von Musik oder einer bestimmten Musikrichtung. Gleichzeitig soll Cortana auch beim Switchen zwischen Geräten zum Einsatz kommen und bessere Vernetzungen ermöglichen. So soll Cortana den User auch immer begleiten und ihn z.B. auf die letzte Website bringen, die auf dem letzten Gerät geöffnet war. Gerade eine Verknüpfung mit Sharepoint (und anderen Cloud-Diensten) macht diese Funktion interessant. Zuletzt genutzte Dokumente wären dann über die Cloud überall und auf jedem Rechner verfügbar. Mobile ist das neue Cortana.

Built-In Apps mit neuen Funktionen

Durch das Creators Update werden auch die mitgelieferten Apps in Windows 10 aktualisiert. So gibt es neue App-Versionen für Musik, Maps und Fotos&Videos. Diese sind übrigens auch über die Xbox verfügbar. Unter anderem wird es jetzt auch möglich sein mit Windows Ink und der Fotos App in Bildern und Videos zu zeichnen. Mit Windows Ink kann man sowieso vieles, wenn die nötige Hardware und Eingabemethoden vorhanden sind, realisieren. So sollen auch 2D und 3D Maps in Windows erstellt werden können. Auch die Routenplanung per Toucheingabe wird ermöglicht. Neben Video und Audio-Funktionen, die jetzt geräteübergreifend verfügbar sein sollen, bringt das Creators Update auch 360° Videos auf die Bildschirme und entsprechenden Hardware Systeme. Die Rede ist immer von Windows Remixed. Mit entsprechender Hardware, wie NextVR ist das auch schon ein neues Sicht- und Klang-Erlebnis. Künftig dürften auch immer mehr Spiele in diesem Bereich unterstützt werden. Auch eine neue Version von Skype, speziell für Windows 10, ist mit dem Creators Update unterwegs auf unsere Rechner.

Windows Defender Security Center Dashboard

Auch beim Thema Sicherheit hat Microsoft nachgerüstet. Eingeführt wird das neue Windows Defender Security Center Dashboard, dass auch eine Menge an neuen Features und Übersichten für den Schutz von Windows 10 mitbringen soll. Microsoft verspricht besseren Schutz für seine User. Tatsächlich scheint die Erkennungsrate, so legen es erste Tests, für Viren, Malware und andere Bedrohungen gestiegen zu sein. Es bleibt abzuwarten, ob findige Bösewichte demnächst die neuen Schutzmechanismen von Windows angreifen werden.

Mehr Privatsphäre?

Eine Ankündigung von Microsoft ist aber auch, dass die Privatsphäre der User besser geschützt werden soll. Tatsächlich ist das ein zweischneidiges Schwert. Zwar bietet Microsoft durchaus besseren Schutz für die Daten seiner User, allerdings bleiben viele Schwachstellen, die oftmals von Verbraucherschützern kritisiert wurden, offen. Gerade der Datenaustausch über Cloud-Systeme und verschiedene Plattformen dürfte eher ein Grund mehr sein, dieser Ankündigung zu misstrauen. Vermutlich wird man ein paar Punkte mehr manuell steuern können. Mehr aber auch nicht. Das ganze wird vermarktet unter dem Stichwort „Microsoft Privacy Dashboard“.

Wer schneller zum Creators Update gelangen möchte, sollte sich diese Hinweise auf Heise durchlesen.

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