Muslime in Hamburg wollen am Hauptbahnhof eine Dauerkundgebung gegen Rassismus abhalten

Anlässlich der in dieser Woche gestarteten „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ hat ein muslimischer Verband aus Hamburg eine Dauerkundgebung gegen Rassismus am Hauptbahnhof in Hamburg angekündigt.

Muslimische Organisationen nehmen seit mehreren Jahren aktiv an den Internationalen Wochen gegen Rassismus der Stiftung gegen Rassismus teil. Auch das Bündnis Islamischer Gemeinden in Norddeutschland e.V. (BIG) beteiligt sich seit einigen Jahren an den Aktionswochen und öffnet beispielsweise die Türen der angeschlossenen Moscheegemeinden für interessierte Besucher. Daneben werden Tagungen oder Seminare organisiert und auch die Freitagspredigten der Gemeinde beschäftigen sich mit dem Thema Rassismus.

In diesem Jahr belässt es der Hamburger Dachverband allerdings nicht nur damit. Das BIG kündigte eine Dauerkundgebung gegen Rassismus am Hamburger Hauptbahnhof an. Man habe sich in diesem Jahr für eine solche Aktion entschieden, sagte der Vorsitzende des BIG, Theologe Mehmet Karaoğlu, am Dienstag (14.03.2017) in einer Erklärung. „Hier werden wir auf die Internationalen Wochen gegen Rassismus aufmerksam machen und auf die Gefahr des Rassismus hinweisen.“

Die Dauerkundgebung vor dem Hamburger Hauptbahnhof soll auch dazu dienen, mit Menschen in Kontakt zu treten und Gespräche zu führen. Ziel der Kundgebung sei es Passanten im öffentlichen Raum mit dem Thema Rassismus zu konfrontieren und zu sensibilisieren. Es soll neben musikalischer Begleitung auch kleinere Darbietungen geben.

Karaoğlu: Rassismus ist eine schändliche Tat

Für Muslime sei Rassismus eine „schändliche Tat“ und man dürfe die Augen vor rassistischen Übergriffen nicht verschließen, sagte Karaoğlu und ergänzte: „Der Islam ist gegen Rassismus. Dies ist im Koran unmissverständlich verdeutlicht.“ Auch der Prophet Muhammed habe sich diesbezüglich geäußert und gesagt: „… wenn jemand keine guten Handlungen und Taten vollbracht hat, kann ihn seine Abstammung nicht retten, nicht bessern und nicht voranbringen.“

Als islamischer Regionalverband haben man sich auch bewusst für eine Unterstützung der „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt in Schleswig-Holstein“ ausgesprochen. Mit solchen Aktionen und Veranstaltungen, wie man sie jetzt in Hamburg plane, wolle man mit den Menschen ins Gespräch kommen, so Karaoğlu weiter. Man werde das Thema Rassismus entsprechend bei den Freitagspredigten in den Moscheegemeinden und Gesprächszirkeln der verschiedenen Abteilungen in ganz Norddeutschland behandeln und diskutieren.

Dem Bündnis Islamischer Gemeinden in Norddeutschland e.V. gehören insgesamt 16 Moscheegemeinden in Hamburg, Niedersachen und Schleswig-Holstein an. In diesen Gemeinden werden nach eigener Darstellung wichtige religiöse und soziale Dienstleistungen erbracht. Darüber hinaus gehören dem BIG ein Jugendverband, ein Frauenverband und das Islamische Wissenschafts- und Bildungsinstitut an. Außerdem sind dem Bündnis mehrere Jugendhäuser und Aus- und Weiterbildungszentren angegliedert. Als Trägerverein gilt die Islamische Gemeinde Hamburg – Centrum Moschee e.V. im Stadtteil St. Georg.

Termine für die Dauerkundgebung:
Interessierte sind laut BIG e.V. herzlich zur Unterstützung der Aktion eingeladen. Die Dauerkundgebung wird am 17.03.2017, 18.03.2017, sowie am 24.03.2017 und am 25.03.2017 jeweils von 14:00-18:00 Uhr vor dem Hauptbahnhof am Steintorwall in Hamburg stattfinden.

- Anzeige -

Kommentar verfassen