Laura-Maria-Bassi-Preis der Frankfurt UAS geht an Studentin Nabila Bushra – Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) zeichnet am 28. Februar 2017 Nabila Bushra, Bachelor-Studentin der Sozialen Arbeit am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit, mit dem Laura-Maria-Bassi-Preis aus. Mit der Vergabe des Preises würdigt die Frauenkommission Bushras außergewöhnliches und mutiges Engagement im Kampf für Frauenrechte im Allgemeinen, für die Rechte von Frauen im Islam, aber auch gegen islamfeindliche und rassistische Tendenzen in Hochschule und Gesellschaft. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wird seit 2005 jährlich an Hochschulangehörige verliehen, die sich in besonderem Maße für die Gleichstellung von Frauen und Männern und eine geschlechtersensible Hochschulkultur einsetzen.

Bushra (27), die erst kürzlich ihre Bachelor-Arbeit abgeschlossen hat, zeichne sich laut UAS durch außerordentliches Engagement an der Hochschule aus, sie setze sich für die Rechte von Frauen ein und positioniere sich gegen antiislamischen Rassismus. Sie ist aktiv in der Frauenkommission und im AStA der Frankfurt UAS. 2016 hat sie an der Frankfurt UAS eine Podiumsdiskussion zu Frauenrechten im Islam organisiert, bei der sie selbst mit der Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Schröter von der Frankfurter Goethe-Universität auf dem Podium saß. Zudem hat sie in Zusammenarbeit mit dem AStA 2017 eine weitere Veranstaltung zur Auseinandersetzung mit Islamophobie und Rassismus initiiert. Obwohl sie hierbei auch auf Gegenwind stieß, lies sie sich in ihrem Engagement nicht bremsen.

Gegenseitiger Respekt und Toleranz

Nabila Bushra
Die Rechte von Frauen im Islam mit Respekt und Toleranz stärken: Studentin Nabila Bushra erhält Auszeichnung der Frankfurt UAS für ihren mutigen Einsatz. / Foto: privat
„Dazu gehört– so meine ich – derzeit viel Mut. Das Thema Islam polarisiert; und die Bereitschaft zur unvoreingenommenen Auseinandersetzung und dem Dialog ist – je nach Position und Perspektive – durchaus unterschiedlich ausgeprägt. Nabila Bushra erinnert uns alle mit ihrem Engagement daran, dass Verständigung und Toleranz zwischen den Religionen und die Akzeptanz des Grundrechts auf Religionsfreiheit zu unseren grundlegenden ethischen und moralischen gesellschaftlichen Werten zählen, für die wir uns alle einsetzen sollten“, betont Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurt UAS. „Gegenseitiger Respekt und Toleranz sind Schlüsselbegriffe für Nabila Bushra, und sie ist in ihrer Zeit an der Hochschule nicht müde geworden, die Bedeutung dieser Werte zu unterstreichen. Und das, obwohl sie es im Studium nicht leicht hatte, weil sie nebenbei noch ihren Lebensunterhalt bestreiten und Familienmitglieder betreuen musste.“

Bushra setzt sich dafür ein, dass Frauen in ihrer Religionsausübung nicht ausgegrenzt werden. Sie thematisiert Gleichberechtigung und Teilhabe von Muslima in allen Bereichen und Communities. Sie stellt sich unerschrocken gegen die Diskriminierung von Frauen, die aus religiösen Gründen eine Kopfbedeckung tragen, in Beruf, Studium und Gesellschaft. Als studentische Mitarbeiterin im Büro der Frauenbeauftragten überzeugte sie durch ihr Engagement, ihre Vorschläge hinsichtlich Aufklärungsarbeit und politscher Auseinandersetzung und ihr Interesse an der Förderung von Frauen. Eigenen Diskriminierungserfahrungen als praktizierende Muslima in einer pädagogischen Einrichtung begegnete sie mit Mut und Zivilcourage, um damit Vorurteilen und Stigmatisierungen auch zukünftigen Erzieherinnen gegenüber entgegenzuwirken. Im Studium fiel Bushra durch ihr Engagement, ihr ausgeprägtes gesellschaftspolitisches und wissenschaftliches Interesse und ihre fachliche Kompetenz auf.

Über den Laura-Maria-Bassi-Preis

Namensgeberin des Preises ist Laura Maria Bassi (1711-1778), die als erste Professorin weltweit Physik in Bologna lehrte. Die Naturwissenschaftlerin und Mutter von acht Kindern wurde als eine der ersten Frauen von der Universität Bologna promoviert und als einzige Frau in die Bologneser Akademie aufgenommen. Die Auszeichnung wird seit 2005 im jährlichen Wechsel an Studierende oder Beschäftigte der Hochschule vergeben. Mit dem Preis werden Initiativen honoriert, die beispielsweise zur Erhöhung des Frauenanteils in Studiengängen mit geringer Frauenquote führen, Aktivitäten, die der sexuellen Diskriminierung von Frauen oder Männern an der Hochschule entgegenwirken oder in anderer Weise zur Gerechtigkeit im Geschlechterverhältnis beitragen.

Mehr zum Laura-Maria-Bassi-Preis unter: http://www.frankfurt-university.de/einrichtungen-services/beauftragte/frauenbeauftragte/frauenfoerderung/laura-maria-bassi-preis.html

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