Bei vielen traditionellen Unternehmen, insbesondere im Mittelstand, ist die Hemmschwelle in Online-Marketing zu investieren groß. Die Wachstumschancen und Möglichkeiten der Neukundengenerierung durch zusätzliche Online-Aktivitäten werden, oft aus mangelnder Zeit und fehlendem Wissen, nicht genutzt. Dabei ist insbesondere Content-Marketing im Internet, egal ob für ein traditionelles Ladengeschäft, einen Online-Shop oder einer Kombination beider Vertriebsarten, ein unverzichtbares und gewinnbringendes Instrument geworden.

Richtig eingesetztes und betriebenes Content-Marketing, also das Erzählen von interessanten, kundenrelevanten Geschichten und Neuigkeiten auf diversen Kanälen im Internet, benötigt keinen großen Kapitalaufwand. Fast alle kleinen und mittleren Unternehmen haben bereits eine Onlinepräsenz in irgendeiner Form, entweder eine eigene Website, einen Blog oder eine Facebookseite. Was fehlt sind die kontinuierlich geschriebenen Inhalte, die Bestandskunden binden und vor allem neue Interessenten gewinnen und Kunden generieren können.

Welche Inhalte im Content-Marketing erfolgreich sind, können uns am eindrucksvollsten Best-Practice Beispiele zeigen:

  • Online-MarketingEine kleine amerikanische Firma die lokal begrenzt Swimming Pools verkauft hatte, begann ihre Online-Aktivitäten mit einem Blog, auf dem Kundenanfragen beantwortet wurden. Heute hat das Unternehmen River Pools die Website mit den meisten Besuchern aller Pool-Anbieter im Internet. Das Geheimnis ihres Erfolgs sind Blog-Posts mit lehrreichen, informativen und detaillierten Inhalten zum Themenbereich Swimming-Pools. Hier können potentielle Interessenten zum Beispiel eine exakte Aufstellung aller anfallenden Kosten für den Betrieb eines Pools über 10 Jahre finden oder Antworten auf Fragen wie „Welches ist der optimale Pool für einen kleinen Garten?“.
  • Die Immobilienfirma Movoto hatte mit ihrer Facebook-Seite erst dann Erfolg, als sie begann nicht nur Produktinformationen zu posten, sondern auch Geschichten über die Besonderheiten der Stadt und ihrer Einwohner. Diese lustigen, mit einem Augenzwinkern geschriebenen Artikel, verbreiteten sich schnell und erreichten bis zu 60.000 Shares bei Facebook. Dies zeigt die Wichtigkeit, auch und gerade für ein hauptsächlich örtlich begrenzt agierendes Unternehmen, die der lokale Bezug bei den Online-Aktivitäten hat.
  • Die Erfolgsgeschichte des kleinen Hamburger Modelabels Mojo zeigt, dass der Weg auch umgekehrt vom Online-Shop zum traditionellen Verkaufsladen in der Innenstadt führen kann. Aus persönlichen Interesse gründete der Student André Gießelmann nebenbei einen Internet-Vertrieb für selbst gestaltete Snowboard-Kleidung. Das Online-Marketing über soziale Medien wie Facebook war so erfolgreich, dass er mittlerweile seine Produkte in Portugal herstellen lässt und einen In-Laden im Hamburger Schanzenviertel betreibt. Die Idee seiner Marketingaktivitäten war einfach: Er stattete sogenannte Influencer, also Meinungsbildner im Internet, mit seinen Produkten aus und profitierte von deren Bekanntheit und Reichweite, wenn sie die Kleidung auf Fotos trugen oder darüber berichteten.

Betrachtet man diese Beispiele zeigt sich, dass Online-Marketing weder teuer sein, noch von externen Spezialisten durchgeführt werden muss. Wenn man die wichtigsten Grundregeln beachtet, sind die ersten Schritte zu erfolgreichen Internetaktivitäten für traditionelle Unternehmer gar nicht schwer und die Einstiegshürden schnell überwunden:

  1. Zum Start auf einen Social-Media-Kanal konzentrieren: Beginnen sie z.B. mit einem Blog und posten sie regelmäßig interessante und informative Inhalte.
  2. Weniger Eigenwerbung ist mehr: Beschränken sie die Bewerbung eigener Produkte auf maximal 25% des Contents, sonst werden Interessenten von der Werbung abgeschreckt.
  3. Gezielte Auswahl der Zielgruppe: Die Online-Medien machen es einfach, die eigene Zielgruppe anhand von kostenlos zur Verfügung gestellter Statistiken auszuwählen und ohne Streuverluste anzusprechen.
  4. Betreiben sie Marktforschung: Sehen sie sich die Aktivitäten der Mitbewerber an, finden sie die Wünsche ihrer Zielgruppe heraus und nutzen sie kostenlose Tools wie den Google Keyword Planner.
  5. Verknüpfung von On- und Offlineaktionen: Für die Follower des Blogs können exklusive Rabatte und Gutscheine angeboten werden, die dann im Laden vor Ort eingelöst werden können.
  6. Verlinkung der Artikel: Kooperieren sie mit anderen Unternehmen und Anbietern aus ihrem Themenumfeld und verlinken sie untereinander ihre Artikel. Das erhöht ihre Reichweite und wirkt sich positiv auf das Ranking bei Google-Search und anderen Suchmaschinen aus.

Fotoquelle: https://pixabay.com/en/hand-leave-marker-pen-glass-895588/

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