Ich muss gleich mal die Euphorie bremsen. Etwas über 35 Millionen Bilder sollen zwar von Getty Images für die Einbindung auf fremden Seiten und zum Teilen auf sozialen Netzwerken freigegeben worden sein, doch die Bedingungen und Konditionen sind es nicht unbedingt Wert, diese Bilder auch auf dem eigenen Blog zu verwenden. Die Anforderungen könnten sogar in Extremfall erneut zu datenschutzrechtlichen Problemen führen.

Der Hintergrund ist nämlich, dass Getty Images klare Vorgaben macht, wie die Bilder eingebunden werden dürfen auf fremden Websites und Blogs. Die Bilder müssen z.B. auf den Blogs über die Codeschnipsel von Getty Images eingebunden werden. Die Größe des Bildes kann nicht verändert werden. Es wird auch deutlich angezeigt woher das Bild stammt. Doch ganz ganz wichtig: Getty Images schließt eine kommerzielle Nutzung der Bilder aus. Und das ist bei den meisten Blogs schon dadurch gegeben, dass sie Werbebanner schalten.

Hinzu kommt der Aspekt, dass Getty Images sich mit den Schnipseln das Surfverhalten der User anschauen möchte. Das heißt die eingebundenen Bilder werden Daten an Server übertragen, die Getty Images dann auswerten möchte. Das ist mit dem bestehenden deutschen Recht und dem Datenschutz eigentlich wieder einmal so nicht vereinbar. Denn eine Möglichkeit zum Widerspruch gibt es nicht. Abschalten kann man das Tracking auch nicht. Doch gerade Blogger aus Deutschland müssten dies gewährleisten. Getty könnte sogar über die Schnipsel Werbung schalten.

Wer in Deutschland die Bilder auf seiner Seite einbindet riskiert daher womöglich eine Abmahnung. Doch das allerschlimmste, was ich an der neuen Strategie von Getty Images kritisieren kann: Bilder können, laut Nutzungsbedingungen, jederzeit wieder verschwinden. Gewarnt wird der Nutzer jedoch nicht. So kann es am Ende sein, dass ein Bild mal eingebunden wurde, später aber gar nicht mehr angezeigt wird. Das ist ein bisschen willkürlich und schafft Probleme.

Es bleibt vermutlich den Website-Betreibern und den Bloggern, weiterhin nur die Alternative, selbst geschossene Bilder zu verwenden oder auf Bilder mit Creative Commons License auszuweichen. Getty Images Konzept klingt zwar nett und durchaus Nutzerfreundlich, doch wieder einmal steckt der Teufel im Detail.

Nachtrag: Rechtsanwalt Thomas Schwenke hat eine detailliertere juristische Bewertung vorgenommen. Im Grunde kritisiert er die selben Punkte, aber mit Hinweisen zu den Gesetzen.

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