Ägypten: Spekulationen um Nachfolge von Mubarak

Geschrieben am 01. November 2009 von Redaktion.
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Seit 28 Jahren ist Husni Mubarak schon der alleinige Machthaber Ägyptens. Die Macht sicherte er sich bisher in dem er den Ausnahmezustand in Ägypten nach der Ermordung von Anwar as-Sadat aufrecht erhielt. Kritische Stimmen und eine echte Opposition im Land ließ er bisher verstummen und verfolgen, aber das einzige womit der Regent wohl nicht ganz gerechnet hat ist sein eigener Tod. Anders lässt sich nicht erklären, warum der Diktator seine Nachfolge nicht schon viel früher geklärt hat. So gibt es erstmals neue Spekulationen um den neuen Präsidenten im Jahr 2011.

Der Gesundheitszustand des ägyptischen Präsidenten ist nicht mehr der Beste.

Am Rande des heute beginnenden jährlichen Kongresses der “Nationalen Demokratischen Partei” gibt das nun wieder Nahrung für Spekulationen um die Nachfolge des ägyptischen Diktators.

Aussichtsreichster Kandidat dürfte weiterhin der Sohn von Husni Mubarak Mubarak sein. Gamal Mubarak könnte sogar noch vor dem Ableben seines Vaters bereits im Jahr 2011 “gewählt” werden. Schließlich hat Mubarak Senior noch nicht mitgeteilt, ob er überhaupt bei den kommenden Wahlen wieder antreten will.

Das ganze ist allerdings auch eine lächerliche Pose. Mubarak sicherte sich die Macht in dem er das Land als alleiniger Herrscher in den vergangenen Jahrzehnten beherrschte. Die westlichen Staaten haben an dem Unrechtsregime nichts kritisiert oder geändert. Im Gegenteil, in zahlreichen Fällen war es sogar eng verbunden mit Ägypten wenn es um bestimmte diplomatische Attacken oder Friedensverhandlungen ging.

Mubarak Senior machte dementsprechend keine Anstalten die Stimme des Volkes zu erhören. Es gibt zwar ein Parlament, aber wirklich viel zu vermelden haben die nicht. Es gibt keine freien und geheimen Wahlen wie es sein müsste. Die Demokratie hat keinen Fuß in diesem Land fassen können.

Dies lag mitunter auch an der Ikhwan al Muslimin (Muslimbruderschaft), die nicht kritisch genug als Opposition auftrat und durch zahlreiche falsche Positionen an Rückhalt in der Gesellschaft verlor und keine echte Kritik am Regime ausübte. Heute ist sie zwar immer noch eine starke Bewegung und Opposition, aber zahlreiche wichtige Köpfe sind in den vergangenen Jahren dem Regime zum Opfer gefallen und sitzen in Haft.

Das Land steht jetzt vielleicht wieder vor einer Wendung. Wenn Mubarak stirbt, hat es erstmals in seiner Geschichte die Möglichkeit einen Wandel zu vollziehen. Das Problem wird nur sein, dass dieser Wandel womöglich das Land auch destabilisieren wird.

Die Gefahr, dass Ägypten zu einem zweiten Irak wird, ist jetzt schon vorhanden und ohne eine gute Regierung und einen funktionierenden Staatsapparat hätten die Unruhestifter wieder freie Hand. Das Land könnte im Chaos versinken. Das scheint den “Regenten” nicht zu kümmern.

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